Eine Initiative für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen

Papierwirtschaft

Wirtschaftskammer Österreich

Fachverband Papierindustrie, Recycling von Altpapier, Papierrecycling der österreichischen Papierindustrie

Näheres zum Produkt "Papierwirtschaft":
hier weiter zum Hersteller Kontakt zum Hersteller Tel./Fax
Tel.: +43 1 588 86
Fax: +43 1 588 86 333
Papierherstellung
Nachhaltige
Produkteigenschaften:
Langlebigkeit
hoher Nutzen
Miete / mieten
statt Kauf
Nachwachsende
Rohstoffe
letzte Änderung: 09.11.2018

Papierwirtschaft Österreich – wie nachhaltig ist sie wirklich?

 

Altpapier Recycling

Europa nutzt fast 77,5 Millionen Tonnen Papier und Karton im Jahr; Pixabay.com © LordPeppersBest (CC0 1.0)

 

Von allen Recyclingprozessen gehört die Wiederaufbereitung von Papier zu den ältesten Keisläufen. Bereits im 14. Jh. wurden erste Verfahren zum Recycling für Altpapier entwickelt und erst 400 Jahre später konnten Druckerfarben erfolgreich von der Papiermasse gelöst werden.

 

Altpapier Recycling in Österreich → Übersicht (Austropapier)

Heutzutage bildet Altpapier eines der wichtigsten Rohstoffe für die Papierindustrie. In Österreich konnte 2014 mit einer Produktion von 4,9 Mio Tonnen Papier und der gleichzeitigen Senkung der Preise von Holz und Energie eine hoher Umsatz erzielt werden. Eine Konkurrenz sieht die Holzwirtschaft in der gestiegenen Nachfrage nach Holzprodukten für die Verwertung in Biomassekraftwerken.

Veredeln statt Verbrennen -  das ist das Motto der Industrie, welche die ausschließliche Verbrennung des Papierrohstoffes als Verschwendung ansieht. Dabei arbeiten viele Papierhersteller mit der Kaskadennutzung, in welcher erst eine stoffliche und anschließend eine thermische Verwertung stattfindet, wie die Wirtschaftskammer Österreich berichtet.

In Österreich werden an 27 Standorten Papiererzeugnisse produziert, die zu 85 Prozent ins Ausland gehen.

   

Papierindustrie Österreich

Traditionell sieht sich die Papierindustrie als Förderer der nachhaltigen Wirtschaft, denn der Rohstoff Holz wird vielerorts nachhaltig angebaut und mit strengen Zertifizierungssystemen versehen.

Darüber hinaus können die Abfallprodukte zur eigenen Stromherstellung genutzt werden und das Altpapier macht einen großen Bestand der notwendigen Rohstoffe aus.

Die Standorte der Papierindustrie in Österreich; Bildquelle: Wikimedia.commons.org © Lencer (CC BY-SA 2.5)

Laut ISIS, dem Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung der Universität Graz ist Österreich mittlerweile weltweit der zweitgrößte Importeur von Holz aus allen Ländern. Nur China benötigt noch viel mehr Holz. Laut der Studie überstieg der Verbrauch zwischen 1995 und 2010 die Abholzung in Österreichs um 5,4 Millionen Tonnen, so dass ein absolutes Importvolumen von 8,1 Millionen Festmeter bestand. China importierte 37,8 Millionen Festmeter, an dritter Stelle steht Schweden mit 7,3 Millionen Festmeter. Allerdings werden 17 Prozent der nutzbaren Holzmenge in Österreich verbrannt, ohne zuvor eine andere Verwendung zu besitzen.

Recycling und CO2-Kreisläufe

Die Papierindustrie in Österreich arbeitet nicht nur mit den erneuerbaren Rohstoffen Holz und Altpapier, sondern auch mit biogenen CO2-neutralen Energieträgern wie Lauge, Rinde und Faserreststoffen, die über Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen für die Storm- und Wärmeerzeugung dienen.

Dazu kommt, dass viele Firmen ihr Verpackungsmaterial aus lizenzierten Stoffen beziehen und den Versand mithilfe von klimaneutralen Projekten so CO2-frei wie möglich gestalten.

Onlineprinters ist beispielsweise ein Unternehmen, das seine Papierprodukte über das Programm „UPS Carbon Neutral“ verschicken lässt. Damit werden die entstehenden Treibhausgase durch den Versand berechnet und über eine Förderung klimafreundlicher Projekte wieder ausgeglichen.
 

Papierrecycling

Quelle: https://www.biomasseverband-ooe.at/home.html

Beispiele der Projekte und weitere nachhaltige Produktionsbedingungen gibt es auf der Homepage zu finden.

 

Der Papierhersteller Mondi setzt auf die Verwendung von Hölzern, die durch FSC oder PEFC zertifiziert wurden und zeigt mit dem Green Range-Logo, dass Nachhaltigkeit tief in ein Unternehmen eindringen kann. Dieses Video zeigt, wie die Produktion funktioniert:

 

 

Altpapierrecycling - Import nach Österreich

 

 

In Österreich gehört das Altpapier zu den wichtigen Ressourcen. Rund 70 bis 80 Prozent des Papieraufkommens bestehen aus Druck- und Schreibpapier, welche im Altpapierrecycling wieder verwertet werden. Um die Papierproduktion am Laufen zu halten, muss Österreich Altpapiere aus Deutschland, Italien, Tschechien und weiteren europäischen Ländern importieren. Insgesamt gab es 2013 ein Gesamtaufkommen an Zellulose-, Papier- und Pappeabfällen von über 1,6 Millionen Tonnen, während 1,2 Millionen Tonnen aus dem Ausland stammten.

 

Altpapier  

Dies liegt hauptsächlich an der großen Nachfrage nach den Exportprodukten, welche die Papierindustrie herstellt. Bislang liegt die Altpapiereinsatzquote der Papierproduktion jedoch erst bei 50 %. Den Recyclingvorgang kann Papier nur maximal fünf bis sieben Mal durchlaufen, bevor die Fasern zu kurz für die weitere Verwendung werden.

Die Herstellung von Altpapier kostet deutlich weniger Energie und Ressourcen als die Neuproduktion. Durch den Import an zusätzlichen Altpapiermengen steigen zwar die Emissionszahlen, doch dadurch, dass die Altpapierfasern länger im Umlauf sind, wird der allgemeine CO2-Verbrauch deutlich gesenkt. Rund 54 % der Papierindustrie in Europa bezieht die notwendige Energie aus regenerativen Energiequellen.
Pixabay.com © Pezibear (CC0 1.0)

Bis 2020 wird es laut EU einen Bedarf von 300 Millionen Kubikmetern Holz für die Energieerzeugung geben, die laut Rohstoffexperten eine Fehlmenge von 200 Mio m3 aufzeigen. Dabei gäbe es aus der Papierindustrie zahlreiche Initiativen in eine nachhaltigere Energiewirtschaft. Die Mitglieder von CEPI - der Vereinigung der europäischen Papierindustrie - wollen bis 2050 den CO2-Fußabdruck der Industrie deutlich senken.

Ein Projekt zeigt „Deep Eutectic Solvents“ (niedrigschmelzende Lösungsmittel), welche Zellstoff durch niedrige Temperatur und atmosphärischen Druck herstellen kann. Auf diese Weise entseht Biomasse aus minimaler Energie und mit wenigen Emissionen. Es soll in Zukunft sogar möglich sein, Zellulose aus Abfällen zu gewinnen und Tinte aus Altpapier sauber zu lösen. Ein anderes Projekt nutzt Kondensation mit Dampf, um Papier nahezu ohne Wasser herzustellen und so eine weitere Ressource zu sparen. Weitere Informationen gibt es im Nachhaltigkeitsbericht von papierholz-austria.at.

In Österreich beträgt die Rücklaufquote des Altpapiers rund 72 % und pro Jahr verbrauchen die Österreicher rund 225 bis 250 kg Papier. Tatsächlich generiert die Zellstoff-  und Papierindustrie nur rund ein Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und besonders die europäischen Firmen erreichen eine geringere CO2-Ausstoßrate.

Allerdings könnte der Ausstoß noch weiter verringert sowie der Wasserverbrauch gesenkt werden, denn nur Recyclingpapier erreicht bessere Quoten als die herkömmliche Papierherstellung, vor allem bei dem Energie- und Wasserverbrauch.

Viele Umweltschützer erläutern, dass besonders Hygieneartikel wie Toilettenpapier, Wisch- oder Taschentücher eine große Menge an Verbrauch generieren: rund 22 Milliarden Rollen Toilettenpapier werden allein in Europa pro Jahr genutzt.

Das Wegwerfprodukt wird immer noch zu großen Teilen aus hochwertigen Holzfasern produziert, anstatt Altpapier zu verwenden. Für die Klimaschutzziele der EU muss noch einiges getan werden.

 

Quelle: http://www.cepi.org/

 

 

 

Ressourcen sparen bedeutet Kosten senken

Dass die Ressourcen unseres Planeten nicht unendlich verfügbar sind wollen wir nicht ständig hören - aber es ist so. Die Debatte ist so alt wie die Ölindustrie selbst: Die Rede ist von „Peak Oil“ – dem Gipfel des Ölzeitalters. Natürlich können wir mit High-Tech noch den letzten Ölschiefer ausquetschen und ständig tiefere Lager ausfindig machen. Aber eines Tages ist es aus; denn Erdöl ist eben ein „nicht nachwachsender“ Rohstoff. Zumindest dauert das Nachwachsen Millionen von Jahren.

Wir werden also umdenken müssen, wenn die vorhandenen Rohstoffe für alle reichen sollen. Für viele ist es schwer zu akzeptieren, dass wir die Reserven der Erde nicht weiter unkontrolliert verbrauchen können. Es gilt mit weniger auszukommen, um das Erreichte zu behalten!. Und das ist nicht nur ein Problem, sondern auch eine tolle Chance.

Ressourcen sparen bedeutet letztlich auch Kosten sparen. Und dies stellt auch für Industrie und Gewerbe einen interessanten Wettbewerbsfaktor dar. Gerade bei den Themen Ausschuss, Schrott und Gewerbemüll sollte es klar sein, dass jede Tonne Abfall nicht nur Entsorgungskosten bedeutet, sondern bereits beim Einkauf als Rohstoff bezahlt wurde. Eine gewaltige Verschwendung von wertvollem Material !

Hier ein paar Tipps: Elektrogeräte ausschalten statt Standby-Modus. Natürliches Licht nutzen: Tageslicht ist nicht nur kostenlos und gesund, es bringt auch eine angenehmere Arbeitsatmosphäre. Intelligentes Heizen und Lüften. Ein kurzes Stoßlüften ist für das Raumklima besser und billiger als bei offenem Fenster die Energie zu verheizen. Und am Wochenenden die Wärme mit dem Thermostat einfach reduzieren.

Recycling und Wiederverwertung spart Kosten

Neue Produkte aus alten Sachen? Wer sich nicht von seinen alten Sachen trennen kann ist noch lange kein „looser“. Die Kunst besteht darin, die wirklichen Werte im Abfall zu erkennen. So wurde z.B. Hochofenschlacke - ein Nebenprodukt der Hüttenindustrie - gelegentlich mit Abfall verwechselt. Bis man erkannte, dass dieser Rohstoff ein hervorragendes Ausgangsmaterial für die Zementindustrie darstellt.

Aber auch die ganze Palette von Wärme-Dämmstoffen, z.B. aus Styropor-Abfall, Altpapier oder Abfallprodukten der Holzindustrie zeigt, dass die Wiederverwertung von Rohstoffen ein wirtschaftlich höchst interessantes Thema ist.

Dazu kommen noch neue Recycling-Bereiche, wie z.B. das Wiederbefüllen von Tintenpatronen und Farbträgern für Kopiergeräte, Drucker und Faxgeräte. Oder auch die Wiederaufbereitung von Traktoren, Staplern oder anderen Nutzfahrzeugen, bis hin zur Instandsetzung von Fenstern und Türen. Denn nicht immer ist das, was neu ist, unbedingt besser.